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Hüftdysplasie beim Hund: alle Fakten zum Krankheitsbild

Hüftdysplasie ist eine häufige Gelenkerkrankung, von der unsere Hunde betroffen sind. Erfahre hier alle wichtigen Fakten zum Krankheitsbild.

In diesem Blogartikel geht es um eine weit verbreitete Gelenkerkrankung, die viele Hunde betrifft: die Hüftdysplasie. Dies ist eine Erkrankung des Hüftgelenks, die Hunden erhebliche Schmerzen und Probleme bereiten kann. Wir werden einen kleinen Ausflug in die Anatomie des Hüftgelenks machen, auf die Ursachen der Hüftdysplasie schauen, die betroffenen Hunderassen identifizieren, die Symptome und Folgen beleuchten, die Diagnosestellung erläutern und schließlich auf die physiotherapeutische Behandlung eingehen. Am Ende des Artikels findet ihr auch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Hüftdysplasie Hund

Anatomie des Hüftgelenks beim Hund Hüftdysplasie Hund

Um Hüftdysplasie zu verstehen, ist es wichtig, die Anatomie des Hüftgelenks zu kennen. Das Hüftgelenk des Hundes besteht aus der Hüftpfanne und dem Oberschenkelkopf. Bei gesunden Hüftgelenken passen der Hüftkopf und die Gelenkpfanne perfekt zueinander. Hüftdysplasie Hund

Hüftdysplasie: Das Krankheitsbild

Hüftdysplasie, auch als Hüftgelenksdysplasie (HD) bekannt, ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks beim Hund. Bei Hunden mit Hüftdysplasie ist dieses Gelenk nicht normal entwickelt und funktioniert nicht reibungslos. Dabei kann es beispielsweise vorkommen, dass der Hüftkopf zu klein oder zu groß ist, die Gelenkpfanne zu klein oder zu groß oder aber zu flach ist. Dies führt dazu, dass der Oberschenkelkopf und die Gelenkpfanne nicht optimal zusammenpassen. In der Folge entstehen Arthrose, Bewegungseinschränkungen und Auffälligkeiten im Gangbild und auch Schmerzen.

Ursachen der Hüftdysplasie Hüftdysplasie Hund

Einen sehr großen Einfluss hat die Genetik. Die Neigung zur Entwicklung einer Hüftdysplasie ist vererbt. Es gibt hierbei Hunderassen, die häufiger betroffen sind. Wenn Elterntiere die Krankheit tragen, besteht ein höheres Risiko, dass ihre Nachkommen ebenfalls betroffen sind.

  • Wachstumsrate und Ernährung: Eine zu schnelle Wachstumsrate, insbesondere in der Welpenphase, kann die Entwicklung des Hüftgelenks beeinträchtigen. 
  • Falsche Ernährung und Überfütterung spielen hier eine Rolle. Bei falscher Ernährung können auch Hunde ohne genetische Prädisposition eine HD entwickeln.  Hüftdysplasie Hund
  • Falsche Bewegung: Zu viel, aber auch zu wenig Bewegung können die Ausprägung einer HD beeinflussen
  • Ebenso wirkt sich Übergewicht auf die Schwere der Dysplasie aus. 

Häufig betroffene Hunderassen

Obwohl Hüftdysplasie bei Hunden jeder Rasse und Mischlinge auftreten kann, sind einige Rassen besonders anfällig. Vielfach sind es größere Hunderassen, die betroffen sind. Dazu gehören Hunderassen wie Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever, Rottweiler und Berner Sennenhunde. Es ist wichtig zu beachten, dass kleine Rassen ebenfalls betroffen sein können, aber das Risiko ist in großen Rassen tendenziell höher.

Symptome der Hüftdysplasie

Die Symptome von Hüftdysplasie können von Hund zu Hund variieren, aber die häufigsten Anzeichen sind:

Kaninchenhoppeln: Im Trab oder Galopp hoppelt der betroffene Hund mit den Hinterläufen wie ein Kaninchen.

LSÜ Twist: Der Hund zeigt einen ausgeprägten „Hüftschwung“. Eines der häufigsten Anzeichen. Hierbei entsteht übrigens eine starke Belastung der Wirbelsäule.

Auffälligkeiten im Sitzen oder Liegen: Viele betroffene Hunde rutschen im Sitz oder Platz mit dem Po auf die Seite. Auch die „Froschhaltung“ im Platz ist ein Indiz.

Weiterhin kommen Anzeichen wie Lahmheit, Schwierigkeiten bei Alltagsbewegungen wie Hinlegen oder Aufstehen, eine schwache Bemuskelung der Hinterhand hinzu. Auch Gelenksteifigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit, Berührungsempfindlichkeit, Schmerzen im Bereich der Hüfte und des unteren Rückens gehören zu häufigen Symptomen. 

Auch ein verändertes Sozialverhalten gegenüber Menschen und Hunden ist nicht ungewöhnlich.

Wenn Hüftdysplasie nicht behandelt wird, kann sie schwerwiegende Folgen haben, darunter:

Arthrose: Die anhaltende „Reibung“ im Hüftgelenk führt zur Bildung von Arthrose, die dauerhafte Schäden verursacht.

Muskelatrophie: Die Muskeln um das betroffene Gelenk können sich zurückbilden, da der Hund sie aufgrund der Schmerzen weniger belastet.

Einschränkung in der Mobilität und Lebensqualität: Hüftdysplasie kann die Lebensqualität des Hundes erheblich beeinträchtigen, da er weniger aktiv sein kann und Schmerzen erleidet. 

Diagnosestellung Hüftdysplasie Hund

Die Diagnose von Hüftdysplasie erfordert in der Regel eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Dazu gehören:

Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird den Hund auf Symptome wie Lahmheit und Schmerzen untersuchen.

Röntgenaufnahmen: Röntgenbilder des Hüftgelenks sind entscheidend, um das Ausmaß der Veränderungen im Gelenk zu beurteilen. Achtung: ein korrektes Hüftröntgen von einem hierfür qualifizierten Tierarzt ist für eine aussagekräftige Diagnosestellung wichtig.

(Physiotherapeutische) Behandlung

Die Behandlung von Hüftdysplasie kann je nach Schweregrad der Erkrankung variieren, aber die physiotherapeutische Betreuung spielt eine entscheidende Rolle in der Verbesserung der Lebensqualität des Hundes. 

Je nach Ausprägung der HD kann eine Operation unumgänglich sein. Auch die Gabe von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten kann notwendig sein. 

Immer jedoch ist eine physiotherapeutische Behandlung wichtig. Zu den physiotherapeutischen Maßnahmen gehören z. B. :

Aktive Bewegungsübungen: Spezielle Übungen können die Muskulatur um das Hüftgelenk stärken, die Beweglichkeit und die Bewegungsabläufe verbessern.

Massage: Hier werden muskuläre Verspannungen, aber auch Gelenkschmerzen gelindert.

Wärme- und Kältetherapie: Wärme kann die Durchblutung fördern und Schmerzen lindern, während Kältetherapie Entzündungen reduzieren kann.

Passives Bewegen: Das passive Bewegen durch den Therapeuten lindert Schmerzen und erhöht die Gelenkbeweglichkeit. 

Weiterhin können je nach Patient Lasertherapie, Ultraschalltherapie, Elektrotherapie, Training im Unterwasserlaufband eingesetzt werden. 

Mögliche ergänzende therapeutische Maßnahmen:

  • Goldakupunktur
  • Akupunktur
  • Blutegeltherapie

Auch Heilpflanzen, Nahrungsergänzungsmittel und Vitalpilze können eine wichtige Unterstützung zur Linderung von Beschwerden und Ernährung der Gelenke bieten.

Viele Maßnahmen können auch begleitend und ergänzend durch den Patientenbesitzer Zuhause durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise das aktive Bewegungstraining, aber auch z. B.  Unterstützung durch Wärmetherapie, Wickel und Heilpflanzen.

Zusammenfassung

Hüftdysplasie ist eine häufige Erkrankung des Hüftgelenks, die bei Hunden auftreten kann. Sie wird oft durch genetische Veranlagung, Wachstumsrate, Ernährung und falsche Bewegung beeinflusst. Bestimmte Hunderassen sind anfälliger für diese Erkrankung. Die Symptome reichen von Lahmheit bis hin zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ohne angemessene Behandlung kann Hüftdysplasie zu Arthrose und Muskelatrophie führen, die die Lebensqualität des Hundes erheblich beeinträchtigen.

Die Diagnose erfordert eine gründliche Untersuchung und Röntgenaufnahmen. Die physiotherapeutische Behandlung kann die Lebensqualität des Hundes verbessern und bietet ein großes Portfolio an Behandlungsmaßnahmen, die individuell auf den Hund abgestimmt wird.

Die frühzeitige Erkennung und angemessene Behandlung von Hüftdysplasie sind entscheidend, um die Schmerzen des Hundes zu lindern und seine Bewegungsfähigkeit zu erhalten. Wenn du Anzeichen von Hüftdysplasie bei deinem Hund bemerkst, zögern nicht, einen Tierarzt aufzusuchen, um ihn entsprechend untersuchen zu lassen. Eine korrekte Diagnosestellung ist nur mittels des Hüftröntgens möglich. Ein gesunder Lebensstil deines Hundes und die richtige Pflege, die in deiner Hand liegen, tragen dazu bei, dass dein Hund trotz einer Hüftdysplasie ein Leben voller Mobilität und Lebensqualität führen kann.

Dein Hund leidet unter einer Hüftdysplasie? Dann schau unbedingt bei meinem HüftFIT online Kurse vorbei und lerne, wie du deinen Hund trotz HD mobil hältst. Begleitend lernst du im GelenkAGIL Kurs, wie du deinen Hund mit natürlichen Maßnahmen begleiten kannst, Schmerzen lindern und Gelenke nähren kannst.


Alles Liebe, deine Tina

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: English (Englisch) Français (Französisch) Español (Spanisch)

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